Lyoness hat meine Erwartungen nicht erfüllt – Cashback-Academy.org eingestellt

Im November 2015 hat Lyoness eine weitere Runde an grundlegenden Änderungen eingeführt. Diese haben dazu geführt, dass ich mich nicht mehr für die Verbreitung der Lyoness Karte einsetzen werde.

Die Cashback-Academy (cashback-academy.org) habe ich damit ebenfalls beendet.

Ich wünsche allen aktiven Networkern weiterhin sehr viel Erfolg.

Hintergrund

Im Sommer 2012 habe ich mir Lyoness als spannendes Nebenverdienstprojekt ausgesucht. Meine Kriterien für ein für mich akzeptables Network waren:

  • Ansprechpartner in Deutschland
  • Produkte, die wirklich jeder braucht/will
  • Faires/spannendes Vergütungsmodell (Marketingplan)

Zumindest in den ersten Monaten hat das für mich auch alles gestimmt. Lyoness ist ein in Österreich gegründetes Unternehmen mit Büro in Deutschland (Köln). Die Führungskräfte konnte ich recht früh kennen lernen und ich hatte einen guten Eindruck von der Leistungsfähigkeit des Teams.

Somit hat sich für mich auch recht früh ein guter Erfolg eingestellt, der sich auch deutlich ausgezahlt hat.

Das Vergütungsmodell war von Anfang sehr komplex. Spannend, aber sehr komplex. Und das ist für viele Menschen der Grund gewesen, gleich von Anfang Böses zu vermuten und Schlechtes zu unterstellen. In der Presse gab es schlechte Darstellungen, und sehr bald gab es erste rechtliche Auseinandersetzungen. Aktuell: http://www.tageszeitung.it/2013/09/16/truegerische-rabatte/

Für mich ist dies aber kein Grund die Dinge hinzuwerfen. Dafür waren die Aussichten viel zu gut. Alleine schon die Expansion eines Konsumentennetworks in die Boomregionen in Asien und in Südamerika ist einfach zu spannend gewesen.

Clevere Konstruktion

Lyoness hat sich gleich von Anfang an die Möglichkeiten des Affiliate-Marketings erschlossen. Großen Shopsystemen (ebay, Zalanado, etc.) gegenüber zeigt sich Lyoness einfach wie ein großer Affiliatepartner, die Kunden zu den Shoppingportalen schleust. Das ist ein im Internet sehr übliches Geschäftsmodell, das jedem Akteur offen steht.

Den Lyoness Mitgliedern gegenüber wurde aber dargestellt, was für tolle Partner man schon gewonnen habe. Nun ja, Klappern gehört zum Geschäft.

Der Geburtsfehler

Recht bald hat sich aber ein sehr grundlegender ‚Geburtsfehler‘ bei Lyoness gezeigt: die unbedingte Fixierung in der Kommunikation auf den Informationsfluss durch das Network. Das bedeutet, das alle Neuigkeiten aus dem Unternehmen immer durch die Networkstruktur weitergegeben wurden. Also von einem Teamleiter an seine Teampartner, die wiederum an ihre Teampartner weiter kommuniziert haben.

In der Theorie und unter der Voraussetzung das alle Beteiligten engagiert dabei sind, auch ganz brauchbar.

In der Praxis allerdings hat sich recht bald gezeigt, das nicht jeder Teamleiter stark genug war, die Informationen auch zeitnah weiter zu reichen.

Und Lyoness Deutschland hat jeden direkten Kontakt rigoros abgelehnt und auf die Teamleiter verwiesen.

Richtig unbrauchbar wurde es in den letzten Monaten, wo eigentlich so ziemlich niemand mehr in den Teams erreichbar war.

Strukturelle Umstellung

In der jüngsten Vergangenheit (Q3 2014) hat Lyoness die Trennung zwischen dem Konsumentenbetzwerk und dem Vertriebsarm in Form eines MLM Networks auch funktional-organisatorisch vollzogen. Jeder Bereich ist nun mit eigener Marke (Lyoness und Lyconet) und eigenem Unternehmen ausgestattet. Vielleicht hätte man das von Anfang an machen sollen, aber spätestens jetzt ein guter Schritt.

Die zweite strukturelle Änderung ist für mich allerdings der ausschlaggebende Punkt gewesen: Einkaufsvorteile werden in Zukunft in Form von Cashback und zusätzlich Shoppingpoints vergeben. Ausgerechnet Shoppingpoints! Genau der gleiche Quatsch wie die Märkchen, die fast jeder Kunde bei Rewe an der Kasse dankend ablehnt.

Für diese Shoppingpoints kann man sich in dem Lyoness Shoppingportal Produkte vergünstigt kaufen. Und auch hier wieder der gleiche Quatsch wie bei Rewe und Co.: Koffer, Uhren. Töpfe und Pfannen, die fast immer in jedem beliebigen Internetshop billiger zu haben sind, als mit Shoppingpoints vergünstigt in dem eigenen Katalog.

Loyale Altkunden vergrätzt

Und der Knaller war die Art wie Lyoness mit den Altkunden umgeht. Die meisten sehr engagierten Networker haben in den ersten Jahren die Gelegenheit genutzt, und sog. Anzahlungen auf zukünftige Einkäufe geleistet. Meistens in der Höhe von 2.000 Euro pro Person, oftmals auch wesentlich höher.

Und diese Anzahlungen sind samt und sonders aufgelöst und in Shoppingpoints umgerechnet worden!

Keine Chance mehr, die Anzahlungen durch Re-cash Einkäufe zurückzuerhalten.
Keine Übersicht mehr, ob und wie der Networker in anderen Regionen beteiligt ist.

Und auch jetzt wieder der Verweis von Lyoness in Deutschland an die „Upline“. Also an die Teamleiter, die die Kommunikation weitergeben sollen. Das Problem ist derzeit nur, dass von der Leitungsspitze nur Hurrahparolen kommuniziert werden. Und weiter darunter, näher am aktiven Feld, gibt es niemanden, der konstruktive Fragen beantworten kann.

Lyconet kassiert für Networker-Portal

Und zu allem Überfluss möchte Lyoness (bzw. Lyconet) sich in Zukunft die Nutzung der Online Plattform auch noch bezahlen lassen. Also das Arbeitsinstrument, das jeder aktive Networker benötigt, um seine Partnerstruktur zu verwalten, soll vergütet werden.

Meine persönliche Meinung ist, dass diese Art von Arbeitsinstrumenten eine Investition des Unternehmens in sein Vertriebspartnernetzwerk ist.

Zusammenfassung

Aus superspannenden Anfangszeiten ist für mich bei Lyoness völlig die Luft raus. Nach wie vor sind die online Shopping Möglichkeiten interessant. Aber in der offline Akzeptanz der Kundenkarte an der Kasse des Händlers sind in den letzen 2 Jahren keine signifikante Fortschritte erzielt worden. Nach wie vor ist keine der großen Ketten an das Lyoness Bonussystem angeschlossen. Eine ganze Menge kleiner Händler in unterschiedlichen Provinzregionen sind persönlich sehr engagiert. Aber nichts von überregionaler Bedeutung.

Und das kombiniert mit der Art und Weise wie mit engagierten Altkunden umgegangen wird, führt mich zum inneren Abschied von aktiver Arbeit im Network von Lyoness.

 

9 Kommentare
  1. lyoness-geschädigten-plattform
    lyoness-geschädigten-plattform says:

    Lyoness – Geschäftsmodell ist verpöntes Schneeballsystem iSd UWG
    Berufungsgericht bestätigt Schneeballsystem und verurteilt Einkaufsgemeinschaft zur Rückzahlung der als Businesspaket und Werbekampagnen bezeichneten Investitionen.

    Die große Gemeinschaft der „Lyoness – Geschädigten“ kämpft unermüdlich für die Rückzahlung der an Lyoness bezahlten Gelder. Nun geht es nicht mehr um das in Gang setzten eines Schneeballsystems, die Geschädigten fühlen sich vorsätzlich getäuscht und betrogen. Opfer aus sämtlichen Ländern sind inzwischen dem „Verein der Lyoness Geschädigten“ beigetreten und fordern ihr Geld zurück und unterstützen Gleichgesinnten mit Dokumenten, Bildern und Videos.

    Der Obmann des Vereins hat bereits 2012 Strafanzeige gegen Lyoness, Hubert Freidl und Mitverantwortliche der Lyoness Unternehmen eingebracht. Seither ermittelt die Zentrale Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen und Korruption in Wien. „Lyoness – Beschuldigte“ wurden bereits ein vernommen und den Geschädigten Gelder in Millionenhöhe zurück bezahlt.

    Mehr Information, Daten und Fakten über Lyoness und deren Mitverantwortliche unter http://www.lyoness-geschaedigte-plattform.at

    Fragen richten Sie bitte an info@lyoness-geschaedigte-plattform.at

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  2. bernd
    bernd says:

    Ich hab Lyoness vor 2-3 Jahren vorgestellt bekommen. Was mich damals schon abgehalten hat: teurer Einstieg, nur eine weitere Cashbackkarte, keine Akzeptanz bei Händlern/Ketten.
    So wenig wie Lyoness in den letzten Jahren geschafft hat real, so wenig hatten sie doch auch vorher in den ganzen Jahren geschafft.
    Für mich sah das nach Geldumverteilung aus mit einem Produkt, dass man nur Fachfremden als Gold verkaufen konnte.

    da bleibe ich doch lieber bei einem Produkt, dass ich auch selbst nutze: Life Plus

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    • frankwl
      frankwl says:

      Ja, da stimme ich Dir voll zu. Die Idee von Lyoness war eigentlich schon ziemlich gut: eine PayBack Alternative und ein Network miteinander zu verknüpfen. Und die sog. Anzahlungen am Anfang, konnte man mit viel gutem Willen auch als sinnvolle Beschleunigung interpretieren. Erst in den letzten Jahren wurde das ganze System sehr unsympathisch, v.a. als auf die dussligen Shoppingpoints umgestellt wurde.

      Antworten
      • Bernd
        Bernd says:

        Hi Frank.
        Ich verstehe nicht ganz: Du stimmst mir zu und sagst so ziemlich genau das Gegenteil von dem was ich sage? 😉
        Meine damaligen Bedenken waren für Dich ja damals anscheinend kein Thema, Du bist ja eingestiegen.

        Für mich war Lynoesse schon damals eine Totgeburt. Es gab schon zig Cashback-Karten auf dem Markt. Dazu die eigenen von diversen Ketten. Außerdem würde ich, wenn ich eine beliebige große Kette wäre mir sicherlich nicht „so einen Partner“ ins Haus holen, sondern eine Firma mit normalem Vertriebsweg, Ansprechpartnern etc. und nicht eine, in der Geld dafür bezahlt werden muss das man mit machen darf und irgendwie zig-tausend Menschen was zu sagen haben.

        Das ist ja auch der Grund, warum (unter anderem) keine große deutsche Firma Talk Fusion nutzt 😉

        Es sah doch so aus: Die Karte hatte jahrelang keinen Erfolg und man sollte viel Geld dafür bezahlen für die Zeit, wenn sie dann doch mal Erfolg haben sollte – wobei niemand wusste, woher der plötzlch kommen sollte 😉

        Bzw.: Im anderen Post schreibst Du von „produkt-unabhängig“. Das habe ich nie verstanden, hat mir damals schon wer erzählen wollen. Die Cashback-Karte war und ist das Produkt oder von mir aus eben die, die über die Shops verkauft werden. Kein Produkt – Kein Umsatz 😉
        .

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        • Bernd
          Bernd says:

          Ist ja egal, ist ja eh Geschichte.
          Ich wollte nur nicht das der Verdacht aufkommt, dass ich Lyoness zu irgendeinem Zeitpunkt für eine gute Idee hielt.
          (ich hab dafür in eine andere schlechte Idee investiert damals, will also nicht „klugscheissern“ 😉 )

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  3. Jörg Schwanebeck
    Jörg Schwanebeck says:

    Ich kann diesen Kommentar nur bestätigen.
    Wie in dieser „Gemeinschaft“ mit Bestandskunden / Altkunden umgegangen wird, ist schon sehr anmaßend. Besonders im Hinblick auf die dritten AGB’s seit meiner Mitgliedschaft im Januar 2011. Informationen landen so gut wie keine mehr bei den regionalen, stationären Händlern. Das Cashback-Magazin – sehr schick und hochglänzend – aber der Informationsgehalt ist ist für den regionalen Händler außerordentlich dürftig. ZB: Wieviel Mitglieder hat Deutschland? Wie ist der Mitgliederzuwachs? Welche PR-Möglichkeiten werden dem regionalen Händler unterstützend zur Verfügung gestellt? Was ist, wenn mein H-Term defekt ist? Jedenfalls kaufen, werde ich kein neues.
    Schon sehr bedauerlich, was aus dem Power der Seminare und Workshops geworden ist. Aus den Möglichkeiten, die sich bieten würden….. Es sollte ein Kundenbindunginstrument für die Kleinstunternehmer sein – jedoch mit mindestens 2.000€ Eintrittsgeld + Equipmentkosten. – Für mich hat dieses System versagt.

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    • frankwl
      frankwl says:

      Ja, es war eine schöne Gelegenheit. Aber selbst der neue GF in Deutschland ist nicht ansprechbar und bleibt bei den gleichen Platitüden.

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